Zitronen

Lust auf Limo?!?

Heute erzähle ich dir…

…wie man Zitronenlimonade macht

…was Winston Churchill, Commander Taggart, Carl Barth, Philipp Mickenbecker, Gregor von Nazianz, Émile Michel Cioran und Germaine de Staël miteinander zu tun haben

…und für was ein Stein auf einer Palme gut ist.

Zitronenbäume

Zitronen kennt jeder. Gelb und sauer.  Kinder verziehen ihr Gesicht. Wenn man vor einem Blasmusiker herzhaft in eine Zitrone beißt, wird es sich schwer tun, weiterzuspielen… Manchmal bekommt man selbst eine – seelische – Zitrone im Leben überreicht…

So wie mir, geht es momentan vielen Menschen auf der ganzen Welt: Die aktuelle Corona-Situation lastet aus verschiedenen Gründen teilweise sehr stark auf mir. Es reichen manchmal einzelne Nachrichtenfetzen oder Sätze von jemandem aus, um miese Gefühle oder Gedankenspiralen auszulösen, die sich ständig nur um eins drehen. Das schlägt sich nieder in wenig Motivation für die Arbeit, zum Blog schreiben oder andere wichtige Dinge. Aufraffen kostet unendlich viel Kraft. Eigentlich will ich manche Sachen gar nicht denken, tue es aber trotzdem immer und immer wieder. Und das raubt Zeit, den Schlaf und Kraft, die ich für andere Dinge bräuchte. Das ist meine Zitrone, die das Leben mir versauert. Mein Leiden. Mancher denkt vielleicht: „Was stellt der sich so an?“ „Das ist ja noch gar nichts!“ „Es gibt doch viel Schlimmeres!“. Ja, das tut es. Es gibt Menschen, die extreme Schmerzen aufgrund von Krankheiten leiden, die psychisch schwere Probleme haben, wie Depressionen. Menschen hungern, werden verfolgt, gefoltert, getötet, haben schwere Unfälle. Liebe Mitmenschen sterben. Jeder trägt sein eigenes Paket an Leiden auf dieser gefallenen Welt. Und eben Corona bzw. eigentlich diese ganzen Regierungsmaßnahmen, haben gezeigt, dass die Seele der Menschen verletzlich ist. Und dass man an Dingen zu zerbrechen droht, an die man vorher nicht mal gedacht hat. Es ist wirklich egal, um welches Leiden es geht: Persönlich, Gemeinde, Gesellschaft, Physisch, Psyche, …

Meine Zitrone – wenn Obst gefährlich wird

Die Leiden sind da. Punkt. Die Frage ist, wie man damit umgehen kann. Ich möchte nichts beschönigen und kleinreden. Sicher nicht. Wenn jemand leidet, braucht er Hilfe. Doch manchmal und nicht bei jedem und in jeder Situation kommt der Punkt, an dem man anfängt, seine Zitronen zu kultivieren. Und wenn sie schön reif und sauer sind, dann pflückt man sie, würgt sie runter und jammert recht schön dabei. Soll heißen: Man kann es sich in seiner Opferrolle bequem einrichten und sie sich einreden („Ach Agador, ich muss ja so leiden“), der innere Schweinehund wird riesig, man suhlt sich geradezu im Leiden und kann das ganze sogar schön als Ausrede gebrauchen, um manche Dinge nicht mehr zu tun: Ich kann nicht vorbeikommen – Coronasorgen. Ich möchte keine Freunde sehen – Coronasorgen. Ich will nicht kochen – Coronasorgen. Und so weiter. Dann: Keiner will mich mehr sehen. Alles ist schlecht. Irgendwann ist das eine self fullilling prophecy. Man gerät in eine Selbstmitleidsfalle. Und da wird es dann gefährlich:

Wenn man eine gute Ausrede hätte, öffnet man die Tür für eine schlechte.

Kommandant Mumm, „Klonk“, Seite 137, Terry Pratchett

Der Spruch ist wahr.

Aber egal, ob Du Dein Leiden kultivierst oder es Dir wirklich schlecht geht oder irgendetwas dazwischen: Es ist Zeit, dass Du aus der Zitrone…

…Limo machst

Den Spruch kennst Du wahrscheinlich:

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limo draus.

Oder die andere Variante:

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, frag nach Salz und Tequila.

Egal welcher Spruch, das ist genau dieser Perspektivenwechsel, den Du in solchen Leidenssituationen brauchst. Und weil’s viele schlaue Menschen auf dieser Welt gibt, lass ich sie hier zu Wort kommen:

Leiden heißt Erkenntnis produzieren.

Émile Michel Cioran, rumänischer Philosoph, 1911 – 1995

Man muss im Leben wählen zwischen Langeweile und Leiden.

Germaine de Staël, französische Schriftstellerin 1766 – 1817, Brief an Rochet, 1800

Wir wollen in der Freude nicht der Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.

Gregor von Nazianz, Bischof von Nazianz, 329 – 389, Reden

Durch das Leid hindurch, nicht am Leid vorbei, geht der Weg zur Freude.

Karl Barth, Schweizer Theologe, 1886 – 196

Oder vielleicht kennst Du Philipp Mickenbecker, der mit seinem Zwillingsbruder als die „The Real Life Guys“ auf YouTube bekannt wurde und neulich erst – mit nicht einmal 24 Jahren – an Krebs starb. Er ist jemand, der es verstanden hat, aus den Zitronen in seinem Leben Limo zu machen.

Und natürlich weiß die Bibel über das Leiden der Menschen Bescheid – sie ist voll von solchen Geschichten. Und sie ist das Wort des einen Gottes, der über alles Bescheid weiß und uns am besten kennt. Gerade die Bibel gibt uns Möglichkeiten zum Perspektivenwechsel:

Wenn ihr also leiden müsst, dann will Gott euch erziehen. Er behandelt euch als seine Kinder. Welcher Sohn wird von seinem Vater nicht erzogen und dabei auch einmal streng bestraft?

Hebräer 12,7 (HfA)

Denn Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum stärkt unsere Hoffnung. Diese Hoffnung aber geht nicht ins Leere.

Römer 12,3-4 (HfA)

Soll heißen: Was wir durchleben, ist nicht umsonst. Es hat irgendwo einen Sinn, es bringt uns zum Ziel. Wir können aus jeder unserer Zitronen mit Gottes Hilfe die beste Limo der Welt machen! Egal ob wir kleine oder große, saure oder weniger saure, echte oder nur „kultivierte“ Zitronen haben!

Und diese Tatsache bringt mich nicht auf, sondern zu der Palme vom Anfang:

Eine Geschichte aus Afrika*:

Am Rande der Oase stand ein junger Palmbaum im besten Wachstum. Der stach einem finsteren Mann in die Augen. Da nahm er einen schweren Stein und legte ihn der jungen Palme mitten in die Krone. Die junge Palme schüttelte sich und bog sich und versuchte, die Last abzuschütteln. Vergebens. Zu fest saß der Stein in ihrer Krone.

Da krallte sich der junge Baum tiefer in den Boden und stemmte sich gegen die steinerne Last. Er senkte seine Wurzeln so tief, dass sie die verborgene Wasserader der Oase erreichten. Dann stemmte er den Stein so hoch, dass die Krone über jeden Schatten hinausreichte. Wasser aus der Tiefe und Sonnenglut machten aus dem jungen Baum eine königliche Palme.

Nach Jahren kam der finstere Mann wieder, um sich an dem Krüppelbaum zu freuen, den er glaubte, verdorben zu haben. Er suchte vergebens. Da senkte die prächtige Palme ihre Krone, zeigte den Stein und sagte: „Ich muss dir danken. Deine Last hat mich stark gemacht“.

Ich fand sie echt gut und inspirierend. Sie hilft mir, beim Perspektivenwechsel.

Limonade machen

Das klassische Rezept geht so:

  • 3 Zitronen
  • 20 ml Zitronensäure
  • 500 ml Wasser
  • 40 g Zucker

Das geistliche müssen wir leicht abwandeln:

Statt auf Zitronen blicken wir auf das Wesentliche:

Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen und vergesst dabei nicht, Gott zu danken.

Kolosser 4,2 (HfA)

Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Dann wird Gott euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist. Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch.

1.Petrus 5,6+7 (HfA)

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.

Jakobus 5,13 (HfA)

Statt mit der Zitronensäure die Limo haltbar zu machen, „konservieren“ wir unser Leben durch Vertrauen und Gehorsam:

Wer also nach Gottes Willen leiden muss, der soll sich nicht davon abbringen lassen, Gutes zu tun und seinem treuen Schöpfer sein Leben anzuvertrauen.

1.Petrus 4,19 (HfA)

Ja, ich sage es noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn ich, der HERR, dein Gott, stehe dir bei, wohin du auch gehst.

Josua 1,9 (HfA)

Statt mit normalem Wasser aufzugießen, nehmen wir das Wasser des Lebens, hier also ermutigende und erfrischende Bibelverse:

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Matthäus 5,4 (HfA)

Er wird eure Not beenden, und auch wir werden nicht länger leiden müssen, wenn Jesus, der Herr, für alle sichtbar erscheinen wird.

2.Thessalonicher 1,7 (HfA)

Wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an.

Sacharja 2,12 (HfA)

Ein ganz starker Vers, wie ich finde!

Als ich zu dir um Hilfe schrie, hast du mich erhört und mir neue Kraft geschenkt.

Psalm 138,3 (HfA)

Das sind alles Verheißungen, die wir für uns in Anspruch nehmen dürfen!

Statt Zucker nehmen wir Zuversicht:

Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.

1.Korinther 10,13 (HfA)

Doch selbst wenn ihr leiden müsst, weil ihr nach Gottes Willen lebt, könnt ihr euch glücklich schätzen. Darum fürchtet euch nicht vor dem Leid, das euch die Menschen zufügen, und lasst euch von ihnen nicht einschüchtern.

1.Petrus 3,14 (HfA)

Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange. Es ist leicht zu ertragen und bringt uns eine unendliche, unvorstellbare Herrlichkeit. Deshalb lassen wir uns von dem, was uns zurzeit so sichtbar bedrängt, nicht ablenken, sondern wir richten unseren Blick auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig.

2.Korinther 4,17+18 (HfA)

Und einen echt beeindruckenden Moment einer „Limonadenmacherin“ hat mir meine Frau gezeigt. Eine junge Frau bei America’s Got Talent, die gelernt hat, mit ihrer Krebserkrankung umzugehen: Hier geht’s zum Video.

Die Limo genießen

Unsere Limo dürfen wir natürlich auch genießen. Das ist sicher nicht immer leicht und die ein oder andere Zitrone lässt sich extrem schwer auspressen. Dann müssen wir zur Seite treten und die Perspektive wechseln und nehmen sozusagen eine Saftpresse zur Hilfe – will sagen: Wir müssen nicht überall alleine durch! Und wenn wir das „geistliche“ Limonadenrezept befolgen, ändert sich unser Denken, unsere Einstellung, das Mindset, unser Blick auf Gott, die Welt und unser Leben. Egal wie groß deine Probleme sind: Gott ist größer! Es mag manchmal sein, dass wir in eine saure Zitronen beißen müssen. Manchmal werden wir stürzen und verlieren. Da heißt es aber dann wieder aufstehen. Einmal mehr aufstehen, wie hinfallen.

Dazu zur Ermutigung noch zwei Zitate von Männern, die es wissen müssen:

Niemals, niemals, niemals aufgeben!

Winston Churchill

Niemals aufgeben! Niemals kapitulieren!

Jason Nesmith alias Commander Peter Quincy Taggart

Ich wünsch Dir, dass Du in schwierigen Situationen an das Limorezept denken kannst und dich dadurch ermutigen lässt!

Gottes Segen!

Der Beitrag wurde bereits am 20.06.2021 auf SalzUndLicht.net veröffentlicht.

Quellen

* Die genaue Quelle der Geschichte kenne ich nicht. Ich habe sie in einem Bibelleseplan vom ICF gefunden.

Zitate: https://beruhmte-zitate.de/themen/leiden/

Verfolgt

Heute möchte ich mal über ein Thema schreiben, das mich ziemlich bewegt, das aber von der Weltöffentlichkeit nicht so direkt bewusst wahrgenommen wird. Vor allem nicht in Deutschland. Es herrscht ja (fast) überall Religionsfreiheit – zumindest auf dem Papier. Trotzdem gibt es in vielen Ländern eklatante Menschenrechtsverletzungen. Und deshalb möchte ich darauf aufmerksam machen.

260.000.000 Menschen

Es gibt auf der Welt etwa 260 Millionen Christen (Quelle: OpenDoors), die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Über eine viertel Milliarde Menschen!

Die Verfolgung hat viele Gesichter: Es geht los bei der gezielten Verweigerung von Genehmigungen beim Bau von Kirchen über erschwerte Studienbedingungen bis hin zu Gefängnis und Tod. Manche verlieren deswegen ihre Arbeit. Manche werden von Extremisten entführt. Wer mehr wissen möchte, klicke hier.

Das Phänomen ist nicht neu. Schon die ersten Christen wurden verfolgt: Zum einen von den jüdischen Geistlichen in deren Dienst Saulus stand. Er wurde später nach einem einschneidenen Erlebnis zum Paulus und ein glühender Verbreiter des Evangeliums. Zum anderen wurden sie verfolgt von den römischen Machthabern. Heute ist es auch noch so: In vielen Ländern wird durch Andersgläubige verfolgt und durch die Herrschenden.

Jesus hat Verfolgung von Anfang an erlebt (Stichwort: Herodes) und sagte sie schon für die Christen voraus:

Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.

Johannes 15, 20 (LU17)

Oder in der Bergpredigt:

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Matthäus 5, 11 & 12 (LU17)

Es müssen viele leiden. Aber sie richten ihren Blick auf Gott und ertragen diese Leiden. Das ist sicherlich nicht immer leicht. Doch gerade in Ländern, in denen stark verfolgt wird, wächst die Gemeinde! Es passieren immer wieder Wunder, dass sich sogar die Verfolger zu Jesus wenden. Und das gibt Hoffnung. Denn die frohe Botschaft von Jesus – das Evangelium – hat eine unglaubliche Sprengkraft!

Was tun?

Was können wir nun tun für die verfolgten Menschen? Was können wir tun, dass es bei uns nicht soweit kommt?

  • Beten. Beten hilft immer! Denn Gott erhört und hilft! Es hilft den verfolgten Geschwistern, wenn sie wissen, dass ihre Glaubensgenossen für sie beten.
  • Schreiben. An Botschafter der vorfolgenden Ländern. An unsere Regierungen. An unsere Glaubenseschwister zur Ermutigung. Oft gibt es von Hilfsorganisationen Schreibaktionen, an denen man sich einfach beteiligen kann.
  • Wachsam sein. Lassen wir es in unseren Ländern nicht so weit kommen. Es werden auch in Deutschland oder Österreich Menschen wegen ihres Glaubens (egal jetzt welcher Religion sie angehören) benachteiligt, kritisch beäugt, gegängelt. Einige Meinungen, die auf der Bibel beruhen, sind hier für manche – sagen wir mal – unbequem.
  • Mitleiden. Wir Christen von überall auf der Welt gehören zu dem EINEN Leib Christi. Uns darf es nicht egal sein, wenn auf der Welt Menschen wegen ihres Glaubens an Jesus im Gefängnis sitzen! Vergessen wir sie nicht.
  • Reichtum teilen. Wenn wir selber vielleicht nichts Praktisches tun können, so können wir Organisationen wie OpenDoors, Christen in Not oder AVC unterstützen.

Vielen Dank für’s Lesen!

Sei gesegnet!

Mutig und stark!

Seid mutig und stark! Habt keine Angst und lasst euch nicht von ihnen einschüchtern! Denn der HERR, euer Gott, geht mit euch. Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich!«

5.Mose 31,6 (HfA)

Diese Worte bekommt Josua, der Moses Erbe antritt und das Volk Israel in das gelobte Land führen soll. Die Aufgabe ist ziemlich steil: Mehrere hunderttausend Menschen in einen von anderen Völkern bewohnten Landstrich zu führen, ist nicht gerade etwas Alltägliches, was man so nebenher als Hobby macht. Es gibt tausend Dinge, die schief laufen können. Zudem ist nicht gewiss, wie sich die Bewohner des Landes verhalten werden. Doch Gott schickt Josua nicht einfach los und sagt: „Na, dann mach mal! Sieh wie du klarkommst.“, sondern Er sagt Seine Hilfe zu.

Wir stehen in unserem Leben auch manchmal vor Situationen, Aufgaben, Krisen, Katastrophen, die wie einer unüberwindliche Mauer vor uns stehen, das Herz in die Hose rutschen lassen oder Zukunftsängste auslösen. Jeder hat seine eigenen Kämpfe zu meistern. Wo steckst Du mommentan fest?

Da ist es doch gut, wenn wir sicher sein können, dass der allmächtige Schöpfer des Universums hinter uns steht!

Vertraue auf den HERRN! Sei stark und mutig, vertraue auf den HERRN!

Psalm 27,14 (HfA)

Ich will Dir heute Mut machen, Dein Vertrauen ganz auf Gott zu setzen und Dein „gelobtes Land“ einzunehmen, Deine Schwierigkeiten zusammen mit Ihm in Angriff zu nehmen, den Problemen ins Auge zu schauen – unter dem Motto „mutig und stark“!

Gottes Segen dafür!

Hier gibt’s weitere Infos.

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Lock down? Look up!

Heute mal etwas persönlicher…

Lock down

Jetzt sind wir wieder im Lock down. Na bravo. Alles wieder von vorn. Immer wieder gibt’s neue Maßnahmen, neue Verordnungen, Katastrophenmeldung, Zweifler an der ganzen Corona-Pandemie melden sich zu Wort, kritische Stimmen werden laut. Man weiß so langsam nicht mehr was man glauben kann. Ich als jemand, der an der Grenze Österreich – Bayern wohnt, muss sich auch noch um Vorschriften in beiden Ländern kümmern. Wie ein Damoklesschwert schwingt die Frage über einem: „Dürfen die Kids morgen noch in die Schule oder steht wieder das kräftezehrende Homeschooling an?“ Wie geht’s am Arbeitsplatz weiter? Müssen wöchentliche Corona-Tests für Berufspendler sein? Und so weiter.

So weit so schlecht.

Wie geht’s mir damit?

Ich hab mir gedacht, wenn man die Salz-und-Licht-Seite so liest, muss man sich doch denken: „Der Typ hat keine Probleme!“ „Bei dem läuft alles glatt.“ Oder lieg‘ ich mit der Annahme falsch?

Als Corona losging, war meine Intention, dass ich mit der Website ein bißchen Hoffnung in die Welt ausstreuen wollte, Menschen in dieser seltsamen Situation ermutigen wollte, Gottes Wort bekannt machen wollte. Ich bekam dazu viel Kraft und Ideen von oben. Darüber bin ich froh und dankbar. Die Intention habe ich mehr denn je, aber in letzter Zeit muss ich selber kämpfen.

Es prasseln zur Zeit viele Dinge auf mich ein, sei’s Sparprogramm beim Arbeitgeber, Verantwortung für meine Familie, Herzoperation eines lieben Familienmitgliedes, Zoom und Skype strengt mich an, Freunde sieht man wenig, Ungewissheit wie’s mit Corona weitergeht, wann dürfen wir Oma und Opa in Deutschland wieder besuchen, Belastungen aus dem Gemeindeumfeld. Das war schon anstrengend und kraftraubend. Dann kam die Testpflicht für Berufspendler, was das Fass zum Überlaufen brachte. Das hat mich echt fertig gemacht. Ich hab ne Auszeit gebraucht und bin diese Woche mal zuhause bei der Familie, was mir recht guttut.

Jetzt bin ich selber an dem Punkt, an dem vielleicht einige von Euch sind: Unten im Tal. Man will sich nicht unterkriegen lassen, aber die Kraft zum Kämpfen fehlt. Und jetzt?

Look up!

Eigentlich hab ich das schon oft geschrieben: Wende dich an Gott!

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

1.Petrus 5,7 (LU17)

Jetzt merk‘ ich, dass es nicht immer so einfach ist, denn Blick nach oben zu richten. Es zerrt viel nach unten. Man sorgt sich wirklich. Manche Nächte hab ich nicht bzw. sehr schlecht geschlafen.

Deshalb die Auszeit. Weg vom Alltag, weg von Corona. Und der Plan ist, dass ich mich wieder mehr an Gott wenden will, mehr beten, mehr Bibel lesen, wieder mehr auf der Webseite schreiben. Ich hoffe – und glaube! – dass das auch funktionieren wird.

Soviel mal für heute. Noch einen Bibelvers für Dich mit in die kommende Zeit:

Das Bild hängt seit einigen Tagen dank meiner Frau in unserem Wohnzimmer. (LU17)

Die ersten Schritte sind gemacht, ich bin wieder unterwegs. Und ich werd‘ in nächster Zeit mal berichten, wie’s weiterging.

Bis dahin: Gottes Segen!

Dankbarkeit

Die Arbeit nervt.

Im Supermarkt gibt’s heute keine Mangos. Dann auch noch ewig im Wartezimmer beim Arzt sitzen und langweilige Zeitschriften durchblättern, weil das Smartphone sich immer wieder ausschaltet. Stau auf der Heimfahrt wegen einer Baustelle. Dann Heimkommen. Die Kinder nerven. Die Frau textet einen nur zu. Gut, dann räum halt ich die Spülmaschine aus. Zum Abendessen gibt’s dann nur dieses Brot, das mir nicht schmeckt. Dann noch den Wasserhahn in der Küche entkalken. Und als die Kinder endlich im Bett sind, läuft nix Gescheites im Fernsehen. Und das war noch nicht alles, denn dann…

Halt! Stopp!

Kommt Dir das bekannt vor? Vielleicht in Variationen, aber doch nicht unbekannt? Uns Deutschen wird nachgesagt, Weltmeister im Jammern zu sein. Stimmt das? Geht’s Dir auch so, dass Dich oft irgendwelche Dinge nur nerven und vieles bescheuert ist? Denk‘ mal drüber nach! Wenn Du ehrlich zu Dir sagen kannst, „Nein, ich jammere so gut wie nie!“ brauchst Du eigentlich nicht weiterzulesen (ich würde mich trotzdem freuen). Wenn ja, will ich versuchen, Dir eine andere Sicht auf die Dinge zu geben…

Im Supermarkt – Du kannst dort einfach reingehen und Dir kaufen, was Du möchtest (außer eventuell während dem Corona-Lock-down das Toilettenpapier). Andere Menschen schuften auf ihren kleinen Feldern, um ihr täglich Brot zu bekommen. Toilettenpapier brauchen sie auch nicht, weil sie nicht einmal eine richtige Toilette haben…

Beim Arzt warten – Du hast Zugang zu Mediziniern für jedes Wehwechen und eine Krankenversicherung, die das meiste bezahlt. Andere Menschen nehmen Tagesreisen auf sich, um einen Arzt zu sehen. In den USA ist man nach einem Beinbruch hoch verschuldet, weil eine Krankenversicherung nicht selbstverständlich ist…

Die Kinder nerven – sei dankbar für Deine Kinder! Es gibt viele Paare, die keine Kinder bekommen können…

Ich glaube, ich brauche nicht weiterzuschreiben. Du weißt, was ich sagen will. Wir nehmen in unserem reichen Land so viele Dinge für selbstverständlich, die es für viele Menschen eine Ausnahme sind – sogar bei uns. Frieden, ein Haus, eine Wohnung, gutes Trinkwasser, täglich zu essen, usw. hat nicht jeder.

Weil eben alles selbstverständlich für uns ist, werden wir undankbar. Denn wir sehen nicht mehr, wie gut es Gott mit uns meint. Aus dieser Undankbarkeit wird Unzufriedenheit. Und die Unzufriedenheit frisst sich in uns rein. Sie strahlt auf unsere Umgebung aus.

Unzufriedenheit…

Ich meine wahrzunehmenen, dass sich dieses Gefühl im Zuge der Corona-Krise, der daraus folgenden Einschränkungen, der scheinbaren Sinnlosigkeit der Zeit zuhause, immer mehr ausbreitet. Man schimpft schnell auf die Regierung. Versteht vielleicht manches nicht. Und manche Sachen, die beschlossen werden, sind einfach doof. Das sei mal als Beispiel für viele andere Dinge genannt.

Ich will keine Krisen klein reden, die Dinge wie der Tod eines geliebten Menschen oder Arbeitslosigkeit in uns auslösen. Das steht auf einem anderen Blatt. Es geht um die Alltäglichkeiten, die uns nerven.

Mir geht es ja nicht anders. Ich muss selbst auch aufpassen, dass ich nicht in den Chor der Jammerer einstimme. Doch was tun, damit man nicht alt und verbittert wird?

…und wie sie verschwindet

Wie gut ist es, dir, HERR, zu danken und deinen Namen, du höchster Gott, zu besingen, schon früh am Morgen deine Gnade zu loben und noch in der Nacht deine Treue zu preisen, zur Musik der zehnsaitigen Harfe und zum schönen Spiel auf der Laute!

Psalm 92,2-4 (HfA)

Ich denke, dass der Psalmschreiber es richtig macht: Er besinnt sich auf Gott. Er geht mit einen dankbaren Haltung in den Tag und beschließt ihn ebenso dankbar. Er dankt Gott für all die kleinen und großen Dinge. Und ja, auch der Psalmschreiber hatte Probleme – da bin ich mir sicher. Es geht nicht darum, alle Probleme zu ignorieren, sondern um die Einstellung dazu. Wie gehe ich damit um? Was mache ich draus? Bringe ich sie zu Gottes Sohn? Ich denke, das ist der Knackpunkt. Jesus trägt mit uns die Last! Und das ist gut zu wissen.

Übungen:

  • Überleg‘ Dir abends vor dem Schlafen gehen drei Dinge, für die Du an diesem Tag dankbar bist. Mach das jeden Abend.
  • Wenn Du willst, sage Gott „danke“ dafür.
  • Wenn Dir etwas Gutes passiert, schreib’s Dir auf und schau dir das von Zeit zu Zeit an.
  • Wenn Dir jemand etwas Gutes tut, bedanke Dich.
  • Versuche, vielleicht das ein oder andere Mal nicht mitzumachen, wenn die Kollegen, Freunde, usw. am Jammern sind.

Deine Perspektive kann sich ändern – Du musst es nur wollen!

Sei gesegnet!

Eine Ablenkung

Eine Ablenkung.

Legolas in „Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“

Wer die „Herr der Ringe“-Trilogie kennt, kennt auch diesen Satz von Legolas. Aragorn präsentiert den Plan, wie man Sauron von Frodo und Sam ablenken kann – er sagt das auch wörtlich so. Und glücklicherweise – für alle, die es bis dahin noch nicht verstanden haben 😉 – sagt Legolas diese zwei Worte.

Was will ich damit sagen? Wenn Du Dir die Welt anschaust, stellst Du fest, dass sie voller Ablenkung ist. Es gibt eine Multimilliardenindustrie, die nur eines produziert: Ablenkung! Holly- und Bollywood, PC-Games, Gamingkonsolen, Filme, Fernsehen, Freizeitparks, Groschenromane, Rätselhefte, Spielhallen, Freizeitbäder, Foren im Internet, und so weiter. Das ist nur ein kleiner Teil davon. Und es ist offensichtlich – so wie bei Legolas – dass es Ablenkungen sind.

Darf man jetzt also keinen Freizeitspaß haben? Doch sicherlich. Darf man! Gott hat uns den Sonntag als Ruhetag geschenkt oder der Prediger Salomo erwähnt so etwas Ähnliches:

Eines habe ich begriffen: Das größte Glück genießt ein Mensch in dem kurzen Leben, das Gott ihm gibt, wenn er isst und trinkt und es sich gut gehen lässt bei aller Last, die er zu tragen hat. Das ist der Lohn für seine Mühen.

Prediger 5, 17

Wir dürfen es uns gut gehen lassen! Es ist ein Geschenk Gottes.

Problematisch wird es, wenn dieses Geschenk des gut-gehen-lassens von allem anderen ablenkt. Wenn es zur Sucht wird. Wenn nur Ablenkungen der Lebensinhalt sind. Wenn das Smartphone wichtiger ist, als die Matheklassenarbeit. Wenn das PC-Spiel höheren Stellenwert hat, wie Essen und Trinken – es sind schon Gamer an Entkräftung gestorben. Wenn nur virtuelle und keine echten Freunde mehr da sind. Wenn es keine ruhige Minute mehr gibt, weil ständig der Fernseher läuft, Musik dudelt, das Smartphone sich meldet.

Ablenkungen von was?

Ich glaube, das ist die entscheidende Frage. Warum lenken wir uns ab? Vielleicht weil wir sonst über unser Leben nachdenken müssten? Über das, was nicht so toll ist? Weil wir manche Dinge nicht wahrhaben und deshalb verdrängen wollen? Weil uns der Lebenssinn fehlt? Weil uns erbärmlich und mies vorkommen, wenn wir an das denken, was wir gemacht haben? Weil wir gerne besser wären als wir sind? Weil wir gerne ein Held wie James Bond wären, aber nur der Buchhalter Müller in einer winzigen Firma sind? Denk mal drüber nach, warum Du Dich ablenkst. Warum Du verdrängst.

Manchmal ist es schmerzhaft, ehrlich zu sich zu sein. Manchmal muss man sich Hilfe suchen, damit man mit Schuld, Scham, schlechtem Gewissen, Unzulänglichkeiten klar kommt.

Es gibt noch einen weiteren – eigentlich den wichtigsten – Aspekt in der Sache: Wir sind abgelenkt vom Wesentlichen! Gott möchte, dass wir uns nach Ihm ausstrecken, mit Ihm leben, dass Jesus das Zentrum ist. Dass Er an erster Stelle steht.

»Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?«
Jesus antwortete ihm: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹
Das ist das erste und wichtigste Gebot.

Matthäus 22, 36 – 38

Und wenn es jemand gibt, der Interesse daran hat, dass wir uns von Gott ablenken, dass gibt es nur eine Antwort: Sein Gegenspieler.

Was tun?

Am besten ist, Du wirfst alle PC-Spiele und DVDs weg. Gehst nicht mehr tanzen („Ein Bein, das sich zum Tanze regt, wird im Himmel abgesägt.“) und überhaupt nicht mehr in einen Freizeitpark.

Nee, im Ernst: Nimm Deinen Mut zusammen und stell Dich Deinem Leben, den Fragen, den Dingen, die Dir nicht daran gefallen. Rede mit einem Freund/ einer Freundin drüber. Such Dir notfalls professionelle Hilfe. Seelsorge nennt man das bei den Christen. Wende Dich an Gott, stelle Ihn in Dein Lebenszentrum, halte Verbindung mit Ihm. Lass Dich nicht von Deinem echten Leben ablenken. Gott wird Dir helfen, mit allem klar zu kommen. Er macht einen besseren Menschen aus Dir. Es wird Zeit brauchen, um Heil zu werden und alte Gewohnheiten abzulegen. Manchmal ist es schmerzhaft, sich dem eigenen Ich zu stellen. Gott schaut Dich voller Liebe an, auch die Dinge, die nicht gut sind. Für die Du Dich schämst. Er vergibt Dir, heilt Dich. Das hat Er versprochen.

Natürlich schaust Du weiter Filme an und gehst in den Urlaub. Da spricht überhaupt nichts dagegen. Nur: Lass nicht die Ablenkungen Dein Lebensinhalt sein. Du verpasst so viel!

Loslassen

Hast du manchmal das Gefühl, dass du nicht vom Fleck kommst? Dass dein Leben stagniert? Alle entwickeln sich weiter, nur du nicht? Du würdest gerne was erleben, musst aber noch dies und das erledigen, hast keine Zeit und überhaupt…

Wir Menschen hängen an sehr vielen Dingen. Das kann eine gute Sache sein: Es gibt Sicherheit und zum Beispiel geben gewisse Grundwerte unserer Gesellschaft die nötige Struktur. Es kann genausogut schlecht sein: „Das haben wir immer schon so gemacht.“ Traditionen um der Tradition willen. Dass es halt gemacht ist.

Im persönlichen Bereich hängen wir auch an vielem fest. Die meisten an ihrer Arbeit, ihrem Haus, ihrem schon etwas älteren Auto, ihrer Familie, dem Garten, den Pöstchen im Verein oder in der Gemeinde. Manche hängen in kraftraubenden Beziehungen fest. Manche in Streitsituationen oder im selbstzerfressendem Neid. Manche in ihren schlechten Gewohnheiten, die sie eigentlich immer ändern, wollten, aber dann ist was Unvermeidliches dazwischen gekommen, dann war man zu müde, die Kinder haben gestört und überhaupt! Das Vorurteil, dass sich nichts ändern kann, ist weit verbreitet. Ich kann ja eh nichts tun. Das alles nimmt uns gefangen. Oft merken wir es nicht mal, wir suchen Ausreden, um ja nichts ändern zu müssen – und finden sie. Wir halten Dinge fest, solange es geht. Ob sie Kraft und Zeit rauben oder nicht.

Doch manchmal ist es Zeit, gewissen Dinge über Bord zu werfen. Denn: Volle Hände können nichts empfangen! Wie soll ich zupacken, wenn ich doch noch den Termin habe und mich dieses und jenes kümmern muss? Wie soll ich Gott mit ganzem Herzen nachfolgen und tun, was Er sagt, wenn erst noch Unkraut gejätet und der Wagen gewaschen werden muss?

Jesus sagt etwas ganz anderes. Dazu zwei Geschichten:

Als Jesus weitergehen wollte, lief ein Mann auf ihn zu, warf sich vor ihm auf die Knie und fragte: »Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?« […] Du kennst doch seine Gebote: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht die Ehe brechen! Du sollst nicht stehlen! Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen! Du sollst nicht betrügen! Ehre deinen Vater und deine Mutter!«
»Lehrer«, antwortete der junge Mann, »an all das habe ich mich von Jugend an gehalten.« Jesus sah ihn voller Liebe an: »Etwas fehlt dir noch: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen. Damit wirst du im Himmel einen Reichtum gewinnen, der niemals verloren geht. Und dann komm und folge mir nach!« Als er das hörte, war der Mann tief betroffen. Traurig ging er weg, denn er besaß ein großes Vermögen.

Markusevangelium 10, 17ff

Als Jesus merkte, dass die Menschenmenge um ihn immer größer wurde, wollte er sich von seinen Jüngern mit einem Boot an das andere Ufer des Sees fahren lassen. Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: »Lehrer, ich will mit dir gehen, ganz gleich wohin.« Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Platz, an dem er sich ausruhen kann.« Einer, der zu seinen Jüngern gehörte, bat Jesus: »Herr, lass mich erst noch nach Hause gehen und meinen Vater bestatten.« Doch Jesus erwiderte: »Komm jetzt mit mir und überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben!«

Matthäusevangelium 8, 18ff

Ziemlich krass, oder? Warum ist Jesus hier so knallhart? Oder wir sollten eher sagen: konsequent! Er sagt: Lass alles los, was dich hindert, mir nachzufolgen! Denn was ich nicht loslassen, kann daran hängt dein Herz. Und an was dein Herz hängt, das ist dein Gott. Und Gott will keine anderen Götter neben sich. Jesus will Nachfolge von GANZEM Herzen.

Überlege mal einen kurzen Moment: Was würdest du auf keinen Fall hergeben bzw. aufgeben?

Da hast du deine persönlichen Götzen!

Es geht nicht darum, jetzt alles Hals über Kopf zu ändern. Es geht darum, die Dinge, die dich an der Nachfolge hindern, abzugeben. Du kannst sie ans Kreuz tragen und dort lassen. Es ist ein Wagnis, wenn man 100% zu Gott ja sagt. Aber man muss keine Angst haben! Jesus sprach zu dem reichen Jüngling voller Liebe – das tut Er auch zu dir. Er will, dass du Dinge loslässt, weil es besser für dich ist. Ein Vater wird seinen Sohn loslassen müssen, wenn er möchte, dass dieser lernt, alleine mit dem Fahrrad zu fahren. Genauso musst du manche Dinge, die dich gefangen nehmen, loslassen, um ein Nachfolger Jesu von ganzem Herzen zu werden!

Gott segne dich!

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Lesetipp: Wie man ein totes Pferd reitet.

Lebendige Nächstenliebe

Mir spuken schon länger Gedanken durch den Kopf, wie ich meinen Mitmenschen helfen kann. Praktisch helfen kann. Denn mir sind in den letzten Monaten zu dem Thema zwei Bibelstellen zu dem Thema wichtig geworden, die ich gerne mit Dir teilen will.

Jesaja 58, 2– 6 (es lohnt sich die Verse 1 – 14 zu lesen)

Ach, für wie fromm sie sich doch halten! Sie rufen Tag für Tag nach mir und fragen nach meinem Willen. Sie kommen gern zum Tempel gelaufen, um meine Nähe zu suchen. Weil sie sich einbilden, nach meinen Geboten zu leben, darum fordern sie von mir auch ihre wohlverdienten Rechte. ›Warum siehst du es nicht, wenn wir fasten?‹, werfen sie mir vor. ›Wir plagen uns, aber du scheinst es nicht einmal zu merken!‹ Darauf antworte ich: Wie verbringt ihr denn eure Fastentage? Ihr geht wie gewöhnlich euren Geschäften nach und treibt eure Arbeiter genauso an wie sonst auch. Ihr fastet zwar, aber gleichzeitig zankt und streitet ihr und schlagt mit roher Faust zu. Wenn das ein Fasten sein soll, dann höre ich eure Gebete nicht!  Denkt ihr, mir einen Gefallen zu tun, wenn ihr bloß auf Essen und Trinken verzichtet, den Kopf hängen lasst und euch in Trauergewändern in die Asche setzt? Nennt ihr so etwas ›Fasten‹? Ist das ein Tag, an dem ich, der HERR, Freude habe? Nein – ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die man zu Unrecht gefangen hält, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab! Teilt euer Brot mit den Hungrigen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!

Matthäus 25, 35 – 40 (auch hier lohnt es sich die Verse 31 bis 46 zu lesen):

Denn als ich hungrig war, habt ihr mir zu essen gegeben. Als ich Durst hatte, bekam ich von euch etwas zu trinken. Ich war ein Fremder bei euch, und ihr habt mich aufgenommen. Ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben. Ich war krank, und ihr habt für mich gesorgt. Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹ Dann werden sie, die nach Gottes Willen gelebt haben, fragen: ›Herr, wann bist du denn hungrig gewesen, und wir haben dir zu essen gegeben? Oder durstig, und wir gaben dir zu trinken? […] Der König wird ihnen dann antworten: ›Das will ich euch sagen: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!‹

Mich haben diese Verse sehr nachdenklich gemacht. Wir (und ich schließe mich ausdrücklich mit ein) verhalten uns doch oft recht fromm: Gehen regelmäßig in den Gottesdienst, beten, fasten und lesen Bibel. Diese Dinge sind gut! Aber das ist nicht alles. Wenn unser Beten ohne Frucht ist; unser Fasten ohne die in Jesaja beschriebene Nächstenliebe bleibt und das Bibellesen nicht praktisch umgesetzt wird, dann ist alles nicht viel wert. Warum? Weil es nur um die eigenen Wünsche und Belange geht. Egozentrismus. Ein Egozentrismus, der sich in der Gesellschaft breit macht. Bei uns Christen soll das anders sein? Ist es das? Wie ist das bei uns? Diese Frage muss jeder für sich selbst ehrlich beantworten und die Konsequenzen ziehen.

Viele von uns sind reich genug, um Hungrigen Brot zu geben, Obdachlose aufzunehmen oder in Lumpen gekleidete Menschen mit Kleidung zu versorgen. Das können wir direkt tun oder mit unserem Geld Hilfsorganisationen unterstützen, die genau das tun. Es gibt genug Not.

Oder geben wir von unserem materiellen Überfluss ab. Teilen wir unser Hab und Gut. Zum Beispiel der Kinderschutzbund freut sich über gut erhaltene Kinderkleidung, die wir nicht mehr brauchen. Die Tafeln, die es in vielen Städten gibt, über eine Essensspende.

Selbst wenn wir selbst nur wenig haben, können wir Nächstenliebe praktizieren: Für die kranken Nachbarn einkaufen, vielleicht den älteren von ihnen im Garten Unkraut jäten. Oder sich bei der Tafel, Hospizvereinen, Nachbarschaftshilfe oder Hilfsprojekten selbst engagieren. Wir können das Wort Gottes verbreiten und Menschen so Trost und Zuversicht spenden. Wir können Kranke besuchen oder unsere Talente für die anderen einsetzen. An Weihnachten im Altenheim singen zum Beispiel. Das kostet alles nur etwas Zeit und kein Geld.

Jeder hat Gaben und jeder kann etwas tun nach seinen Möglichkeiten. In meinen Augen gibt es keine Ausrede, von unserem bequemen Sofa aufzustehen und anzupacken. In welcher Form auch immer. Du hast einen Verstand bekommen, den Du einsetzen kannst. Und Gott wird Dir zeigen, was Er von Dir möchte! Wir werden nicht die ganze Welt mit unserer Hilfe retten können. Aber wir können Menschen um uns herum helfen und ihnen das Leben leichter oder schöner machen.

So kommen wir vom „Ich“ zum „Du“. Weg von unserem eigenen Egozentrismus.

Das sind Dinge, die wir tun können. Genauso gibt es „Unterlassungssünden“:

Matthäus 25, 42 bis 45:

Denn ich war hungrig, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben. Ich war durstig, aber ihr habt mir nichts zu trinken gegeben. Ich war als Fremder bei euch, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich hatte nichts anzuziehen, aber ihr wolltet mir keine Kleider geben. Ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt mich nicht besucht.‹ […] Darauf wird ihnen der König antworten: ›Ich versichere euch: Die Hilfe, die ihr meinen geringsten Brüdern und Schwestern verweigert habt, die habt ihr mir verweigert.‹

Das sind klare Worte, die Jesus hier findet. Die Konsequenzen aus diesem Verweigern haben es in sich (Vers 46): Und sie werden der ewigen Strafe ausgeliefert sein. In Jesaja 58, 4 steht: Wenn das ein Fasten sein soll, dann höre ich eure Gebete nicht!

Wir sollen unseren Nächsten lieben, wie uns selbst. Nicht aus Angst vor Strafe, sondern weil wir Gott lieben und Jesus immer ähnlicher werden sollen. Und Er hat sich gerade um die Außenseiter, Kranken, Armen und Hilfsbedürftigen gekümmert. Natürlich gibt es Zeiten, in denen wir mehr tun können und welche in denen wir nicht helfen können oder gar selbst Hilfe brauchen. Ganz klar. Aber alles hat seine Zeit.

Denk drüber nach, wo Du heute stehst. Und dann zieh‘ Deine Konsequenzen draus.

Lass Dir von Gott Liebe zu Deinen Mitmenschen schenken und sage „ja“ zu ihnen.

Öffne Deinen Augen und Dein Herz für deine Mitmenschen.

Denk drüber nach, was Du heute tun kannst.

Rede nicht nur, handle.

Mach aus Deinem Fasten ein echtes Fasten.

Lass Deine Nächstenliebe praktisch werden.

Sei gesegnet!

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Der Energydrink Gottes

Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen. Aber alle, die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.

Jesaja 40, 30 – 31

Diese Verse hab ich zusammen mit meiner Frau für die Konfirmation meines Neffen ausgesucht. Wir fanden ihn sehr schön, weil er zum Einen eine Wahrheit beschreibt und zum Anderen Hoffnung für die Zukunft gibt.

Wenn man jung ist, glaubt man, dass man niemals müde wird. Kleine Kinder sind NIE müde, wenn sie ins Bett müssen. Das ist pure Lebensenergie! Doch ist man, ehrlich, irgendwann fallen einem doch die Augen zu, man ist erschöpft. Vor allem wenn man älter ist, so wie ich. Man ist halt keine 20 mehr. Auch starke Männer können straucheln. Ich denke hierbei zum Beispiel an Ironman in „Endgame“ oder an Boromir in „Herr der Ringe“, als er von Pfeilen durchbohrt, fällt.

Kurz gesagt: Jeder kommt an seine Grenzen. Körperlich oder psychisch. Es gibt viele Dinge, die uns Kraft rauben: ein steiler Berg, ein stressiger Job, Krankheit, Streit, Sorgen. Burnout ist eine neue Volkskrankheit.

Wohin gehe ich, wenn ich nicht mehr weiter kann? Wenn ich ausgebrannt und fertig bin? Das ist die große Frage.

Jesaja gibt hier die Anwort: Vertraue auf Gott! Ein ganz einfacher Satz. Das gibt dir Kraft, trägt dich weiter. Ganz einfach weil Gott allmächtig ist, weil Er einen Energydrink für dich hat! Er hat Kraft ohne Ende. Und die gibt Er an alle gerne weiter, die Ihm vertrauen.

Du musst also an Gott glauben. Nicht irgendwie und bloß am Sonntag, sondern es geht darum, dass du IMMER mit Gott in Verbindung bist. So kannst du Seine Kraft tanken und deine Aufgaben angehen. So kannst du Ruhe im ganzen Stress bei Ihm finden und auch Trost, wenn es notwendig ist. Ein bißchen hin und wieder glauben reicht aber nicht. Ein Baum verwendet ja auch nicht nur hin und wieder mal eventuell am Sonntag seine Wurzeln. Nein, die Nährstoffe strömen immer!

Mit Gott kannst du über dich hinauswachsen. Du kannst mehr mit Ihm schaffen, als du alleine jemals könntest – wie ein Adler, der sich in die Lüfte erhebt.

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Hinter der Maske

Die ganze Welt trägt Maske. In Supermärkten, Kirchen, öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Arzt, im Beruf, im Auto. Manche sogar Zuhause oder wenn sie mit Freunden unterwegs sind.

Und dann kam Corona. Und wir müssen jetzt eine Maske aus Stoff oder Kunststoffmaterial über Mund und Nase tragen.

Mal ehrlich: Wer von uns trägt keine Maske? Und ich meine jetzt nicht den Mund-Nase-Schutz. Jeder von uns spielt doch seine Rolle in verschiedenen Situationen. Der eine mehr, der andere weniger. Es kommt oft auf den Kontext an.

Was meine ich damit? Zum Beispiel wird man in der Arbeit ernster sein, in der Gemeinde frommer wie Zuhause. Vielleicht verhält man sich bei seinen christlichen Freunden anders, wie bei denen, die nicht an Gott glauben. Mir geht es jetzt nicht darum, dass wir großes Theater spielen, wie z.B. ein Mann mit zwei Ehefrauen an zwei verschiedenen Orten. Ständig ist er auf „Montage“. Sowas gibt es. Ich meine die alltäglichen Masken.

Hand auf’s Herz: Bist du immer vor allen Leuten genauso wie du bist? Redest du vielleicht nicht etwas anders, wenn du in der Arbeit bist? Übertreibst du, wenn du Geschichten erzählst? Wir Christen haben für unsere Versammlungen ein bestimmtes Vokabular – Anspiel, „Hab Dank“, Gemeinschaft haben, Lobpreis – , das wir in der „normalen“ Welt draußen nicht verwenden würden. Das Problem: Wenn du das Vokabular nicht verwendest, kannst du ganz schnell ein Außenseiter sein. Das ist in jedem Verein so, in jeder Firma, in jeder Gruppe. Das Ganze ist offensichtlich normal. Das Gefährliche daran ist, dass man beginnt zu schauspielern. Ich setze in der Kirche meine fromme Maske auf, zuhause schreie ich meine Frau an. Ich achte in der Arbeit penibelst auf Sicherheit, auf dem Bau bei meinem Kumpel steckt ich den Schraubenzieher in die Steckdose. Ich sage „mir geht’s gut“, obwohl ich Streit mit meinen Kindern hatte. Ich sage „Ja, das mach ich gerne“, obwohl ich keinen Bock darauf habe. Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich nicht ehrlich bin, dass ich mich verbiege und das ist auf Dauer anstrengend. Wenn ich eine Fassade aufbaue, zeige ich den Leute, ws sie sehen sollen: „Wow, das ist aber ein toller Christ, wie der beten kann!“ Dabei plappere ich nur fromme Phrasen, weil es sich gut anhört. Viele sind der Saubermann und haben eine Menge Dreck am Stecken – schauen wir nur mal die Klatschpresse an: Sie ist voll davon. Ich kenne Menschen, die sich umgebracht haben, und man hat vorher nichts geahnt. Das ist Schauspiel par excellence.

Die ganze Welt ist nichts anderes als ein großer Maskenball.

Die Gründe dafür sind vielseitig: Angst, nicht geliebt zu werden; das Gefühl, minderwertig zu sein, wenn man so ist wie man ist; manche erhoffen sich Vorteile; manche fürchten Strafe. Und so weiter.

Das Erschreckende ist: Gott blickt hinter deine Masken. Gott sieht dich mit deinen Gaben, deinen Fehlern, deinen Sorgen und Ängsten. Er sieht dich in deiner ganzen Unvollkommenheit. Alles! Hm, vielleicht ist das doch nicht so erschreckend… Gott sieht dich, wie du bist. Gott liebt dich wie du bist! Du bist sein Ebenbild. So wie Gott dich geschaffen hat. Natürlich bist du ein Sünder. Aber diese Sünden sind am Kreuz durch Jesus ein für alle mal bezahlt worden. Du darfst dich Gott auf Augenhöhe nähern. Er nimmt dich in seine Arme. Du DARFST all deine Fehler haben! Das ist der Freiheitsruf für dich: Du bist von Gott geliebt, wie du bist!

Wenn ihr »Ja« sagt, dann muss man sich darauf verlassen können. Und wenn ihr »Nein« sagt, dann steht auch dazu.

Jakobusbrief 5,12

Ich will dir – und mir – Mut machen, öfters mal unsere Masken fallen zu lassen. Ehrlich zu sein. Echt zu sein. Das entspannt unheimlich.