Dankbarkeit

Die Arbeit nervt.

Im Supermarkt gibt’s heute keine Mangos. Dann auch noch ewig im Wartezimmer beim Arzt sitzen und langweilige Zeitschriften durchblättern, weil das Smartphone sich immer wieder ausschaltet. Stau auf der Heimfahrt wegen einer Baustelle. Dann Heimkommen. Die Kinder nerven. Die Frau textet einen nur zu. Gut, dann räum halt ich die Spülmaschine aus. Zum Abendessen gibt’s dann nur dieses Brot, das mir nicht schmeckt. Dann noch den Wasserhahn in der Küche entkalken. Und als die Kinder endlich im Bett sind, läuft nix Gescheites im Fernsehen. Und das war noch nicht alles, denn dann…

Halt! Stopp!

Kommt Dir das bekannt vor? Vielleicht in Variationen, aber doch nicht unbekannt? Uns Deutschen wird nachgesagt, Weltmeister im Jammern zu sein. Stimmt das? Geht’s Dir auch so, dass Dich oft irgendwelche Dinge nur nerven und vieles bescheuert ist? Denk‘ mal drüber nach! Wenn Du ehrlich zu Dir sagen kannst, „Nein, ich jammere so gut wie nie!“ brauchst Du eigentlich nicht weiterzulesen (ich würde mich trotzdem freuen). Wenn ja, will ich versuchen, Dir eine andere Sicht auf die Dinge zu geben…

Im Supermarkt – Du kannst dort einfach reingehen und Dir kaufen, was Du möchtest (außer eventuell während dem Corona-Lock-down das Toilettenpapier). Andere Menschen schuften auf ihren kleinen Feldern, um ihr täglich Brot zu bekommen. Toilettenpapier brauchen sie auch nicht, weil sie nicht einmal eine richtige Toilette haben…

Beim Arzt warten – Du hast Zugang zu Mediziniern für jedes Wehwechen und eine Krankenversicherung, die das meiste bezahlt. Andere Menschen nehmen Tagesreisen auf sich, um einen Arzt zu sehen. In den USA ist man nach einem Beinbruch hoch verschuldet, weil eine Krankenversicherung nicht selbstverständlich ist…

Die Kinder nerven – sei dankbar für Deine Kinder! Es gibt viele Paare, die keine Kinder bekommen können…

Ich glaube, ich brauche nicht weiterzuschreiben. Du weißt, was ich sagen will. Wir nehmen in unserem reichen Land so viele Dinge für selbstverständlich, die es für viele Menschen eine Ausnahme sind – sogar bei uns. Frieden, ein Haus, eine Wohnung, gutes Trinkwasser, täglich zu essen, usw. hat nicht jeder.

Weil eben alles selbstverständlich für uns ist, werden wir undankbar. Denn wir sehen nicht mehr, wie gut es Gott mit uns meint. Aus dieser Undankbarkeit wird Unzufriedenheit. Und die Unzufriedenheit frisst sich in uns rein. Sie strahlt auf unsere Umgebung aus.

Unzufriedenheit…

Ich meine wahrzunehmenen, dass sich dieses Gefühl im Zuge der Corona-Krise, der daraus folgenden Einschränkungen, der scheinbaren Sinnlosigkeit der Zeit zuhause, immer mehr ausbreitet. Man schimpft schnell auf die Regierung. Versteht vielleicht manches nicht. Und manche Sachen, die beschlossen werden, sind einfach doof. Das sei mal als Beispiel für viele andere Dinge genannt.

Ich will keine Krisen klein reden, die Dinge wie der Tod eines geliebten Menschen oder Arbeitslosigkeit in uns auslösen. Das steht auf einem anderen Blatt. Es geht um die Alltäglichkeiten, die uns nerven.

Mir geht es ja nicht anders. Ich muss selbst auch aufpassen, dass ich nicht in den Chor der Jammerer einstimme. Doch was tun, damit man nicht alt und verbittert wird?

…und wie sie verschwindet

Wie gut ist es, dir, HERR, zu danken und deinen Namen, du höchster Gott, zu besingen, schon früh am Morgen deine Gnade zu loben und noch in der Nacht deine Treue zu preisen, zur Musik der zehnsaitigen Harfe und zum schönen Spiel auf der Laute!

Psalm 92,2-4 (HfA)

Ich denke, dass der Psalmschreiber es richtig macht: Er besinnt sich auf Gott. Er geht mit einen dankbaren Haltung in den Tag und beschließt ihn ebenso dankbar. Er dankt Gott für all die kleinen und großen Dinge. Und ja, auch der Psalmschreiber hatte Probleme – da bin ich mir sicher. Es geht nicht darum, alle Probleme zu ignorieren, sondern um die Einstellung dazu. Wie gehe ich damit um? Was mache ich draus? Bringe ich sie zu Gottes Sohn? Ich denke, das ist der Knackpunkt. Jesus trägt mit uns die Last! Und das ist gut zu wissen.

Übungen:

  • Überleg‘ Dir abends vor dem Schlafen gehen drei Dinge, für die Du an diesem Tag dankbar bist. Mach das jeden Abend.
  • Wenn Du willst, sage Gott „danke“ dafür.
  • Wenn Dir etwas Gutes passiert, schreib’s Dir auf und schau dir das von Zeit zu Zeit an.
  • Wenn Dir jemand etwas Gutes tut, bedanke Dich.
  • Versuche, vielleicht das ein oder andere Mal nicht mitzumachen, wenn die Kollegen, Freunde, usw. am Jammern sind.

Deine Perspektive kann sich ändern – Du musst es nur wollen!

Sei gesegnet!

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