Loslassen

Hast du manchmal das Gefühl, dass du nicht vom Fleck kommst? Dass dein Leben stagniert? Alle entwickeln sich weiter, nur du nicht? Du würdest gerne was erleben, musst aber noch dies und das erledigen, hast keine Zeit und überhaupt…

Wir Menschen hängen an sehr vielen Dingen. Das kann eine gute Sache sein: Es gibt Sicherheit und zum Beispiel geben gewisse Grundwerte unserer Gesellschaft die nötige Struktur. Es kann genausogut schlecht sein: „Das haben wir immer schon so gemacht.“ Traditionen um der Tradition willen. Dass es halt gemacht ist.

Im persönlichen Bereich hängen wir auch an vielem fest. Die meisten an ihrer Arbeit, ihrem Haus, ihrem schon etwas älteren Auto, ihrer Familie, dem Garten, den Pöstchen im Verein oder in der Gemeinde. Manche hängen in kraftraubenden Beziehungen fest. Manche in Streitsituationen oder im selbstzerfressendem Neid. Manche in ihren schlechten Gewohnheiten, die sie eigentlich immer ändern, wollten, aber dann ist was Unvermeidliches dazwischen gekommen, dann war man zu müde, die Kinder haben gestört und überhaupt! Das Vorurteil, dass sich nichts ändern kann, ist weit verbreitet. Ich kann ja eh nichts tun. Das alles nimmt uns gefangen. Oft merken wir es nicht mal, wir suchen Ausreden, um ja nichts ändern zu müssen – und finden sie. Wir halten Dinge fest, solange es geht. Ob sie Kraft und Zeit rauben oder nicht.

Doch manchmal ist es Zeit, gewissen Dinge über Bord zu werfen. Denn: Volle Hände können nichts empfangen! Wie soll ich zupacken, wenn ich doch noch den Termin habe und mich dieses und jenes kümmern muss? Wie soll ich Gott mit ganzem Herzen nachfolgen und tun, was Er sagt, wenn erst noch Unkraut gejätet und der Wagen gewaschen werden muss?

Jesus sagt etwas ganz anderes. Dazu zwei Geschichten:

Als Jesus weitergehen wollte, lief ein Mann auf ihn zu, warf sich vor ihm auf die Knie und fragte: »Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?« […] Du kennst doch seine Gebote: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht die Ehe brechen! Du sollst nicht stehlen! Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen! Du sollst nicht betrügen! Ehre deinen Vater und deine Mutter!«
»Lehrer«, antwortete der junge Mann, »an all das habe ich mich von Jugend an gehalten.« Jesus sah ihn voller Liebe an: »Etwas fehlt dir noch: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen. Damit wirst du im Himmel einen Reichtum gewinnen, der niemals verloren geht. Und dann komm und folge mir nach!« Als er das hörte, war der Mann tief betroffen. Traurig ging er weg, denn er besaß ein großes Vermögen.

Markusevangelium 10, 17ff

Als Jesus merkte, dass die Menschenmenge um ihn immer größer wurde, wollte er sich von seinen Jüngern mit einem Boot an das andere Ufer des Sees fahren lassen. Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: »Lehrer, ich will mit dir gehen, ganz gleich wohin.« Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Platz, an dem er sich ausruhen kann.« Einer, der zu seinen Jüngern gehörte, bat Jesus: »Herr, lass mich erst noch nach Hause gehen und meinen Vater bestatten.« Doch Jesus erwiderte: »Komm jetzt mit mir und überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben!«

Matthäusevangelium 8, 18ff

Ziemlich krass, oder? Warum ist Jesus hier so knallhart? Oder wir sollten eher sagen: konsequent! Er sagt: Lass alles los, was dich hindert, mir nachzufolgen! Denn was ich nicht loslassen, kann daran hängt dein Herz. Und an was dein Herz hängt, das ist dein Gott. Und Gott will keine anderen Götter neben sich. Jesus will Nachfolge von GANZEM Herzen.

Überlege mal einen kurzen Moment: Was würdest du auf keinen Fall hergeben bzw. aufgeben?

Da hast du deine persönlichen Götzen!

Es geht nicht darum, jetzt alles Hals über Kopf zu ändern. Es geht darum, die Dinge, die dich an der Nachfolge hindern, abzugeben. Du kannst sie ans Kreuz tragen und dort lassen. Es ist ein Wagnis, wenn man 100% zu Gott ja sagt. Aber man muss keine Angst haben! Jesus sprach zu dem reichen Jüngling voller Liebe – das tut Er auch zu dir. Er will, dass du Dinge loslässt, weil es besser für dich ist. Ein Vater wird seinen Sohn loslassen müssen, wenn er möchte, dass dieser lernt, alleine mit dem Fahrrad zu fahren. Genauso musst du manche Dinge, die dich gefangen nehmen, loslassen, um ein Nachfolger Jesu von ganzem Herzen zu werden!

Gott segne dich!

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Lesetipp: Wie man ein totes Pferd reitet.

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