Zitronen

Lust auf Limo?!?

Heute erzähle ich dir…

…wie man Zitronenlimonade macht

…was Winston Churchill, Commander Taggart, Carl Barth, Philipp Mickenbecker, Gregor von Nazianz, Émile Michel Cioran und Germaine de Staël miteinander zu tun haben

…und für was ein Stein auf einer Palme gut ist.

Zitronenbäume

Zitronen kennt jeder. Gelb und sauer.  Kinder verziehen ihr Gesicht. Wenn man vor einem Blasmusiker herzhaft in eine Zitrone beißt, wird es sich schwer tun, weiterzuspielen… Manchmal bekommt man selbst eine – seelische – Zitrone im Leben überreicht…

So wie mir, geht es momentan vielen Menschen auf der ganzen Welt: Die aktuelle Corona-Situation lastet aus verschiedenen Gründen teilweise sehr stark auf mir. Es reichen manchmal einzelne Nachrichtenfetzen oder Sätze von jemandem aus, um miese Gefühle oder Gedankenspiralen auszulösen, die sich ständig nur um eins drehen. Das schlägt sich nieder in wenig Motivation für die Arbeit, zum Blog schreiben oder andere wichtige Dinge. Aufraffen kostet unendlich viel Kraft. Eigentlich will ich manche Sachen gar nicht denken, tue es aber trotzdem immer und immer wieder. Und das raubt Zeit, den Schlaf und Kraft, die ich für andere Dinge bräuchte. Das ist meine Zitrone, die das Leben mir versauert. Mein Leiden. Mancher denkt vielleicht: „Was stellt der sich so an?“ „Das ist ja noch gar nichts!“ „Es gibt doch viel Schlimmeres!“. Ja, das tut es. Es gibt Menschen, die extreme Schmerzen aufgrund von Krankheiten leiden, die psychisch schwere Probleme haben, wie Depressionen. Menschen hungern, werden verfolgt, gefoltert, getötet, haben schwere Unfälle. Liebe Mitmenschen sterben. Jeder trägt sein eigenes Paket an Leiden auf dieser gefallenen Welt. Und eben Corona bzw. eigentlich diese ganzen Regierungsmaßnahmen, haben gezeigt, dass die Seele der Menschen verletzlich ist. Und dass man an Dingen zu zerbrechen droht, an die man vorher nicht mal gedacht hat. Es ist wirklich egal, um welches Leiden es geht: Persönlich, Gemeinde, Gesellschaft, Physisch, Psyche, …

Meine Zitrone – wenn Obst gefährlich wird

Die Leiden sind da. Punkt. Die Frage ist, wie man damit umgehen kann. Ich möchte nichts beschönigen und kleinreden. Sicher nicht. Wenn jemand leidet, braucht er Hilfe. Doch manchmal und nicht bei jedem und in jeder Situation kommt der Punkt, an dem man anfängt, seine Zitronen zu kultivieren. Und wenn sie schön reif und sauer sind, dann pflückt man sie, würgt sie runter und jammert recht schön dabei. Soll heißen: Man kann es sich in seiner Opferrolle bequem einrichten und sie sich einreden („Ach Agador, ich muss ja so leiden“), der innere Schweinehund wird riesig, man suhlt sich geradezu im Leiden und kann das ganze sogar schön als Ausrede gebrauchen, um manche Dinge nicht mehr zu tun: Ich kann nicht vorbeikommen – Coronasorgen. Ich möchte keine Freunde sehen – Coronasorgen. Ich will nicht kochen – Coronasorgen. Und so weiter. Dann: Keiner will mich mehr sehen. Alles ist schlecht. Irgendwann ist das eine self fullilling prophecy. Man gerät in eine Selbstmitleidsfalle. Und da wird es dann gefährlich:

Wenn man eine gute Ausrede hätte, öffnet man die Tür für eine schlechte.

Kommandant Mumm, „Klonk“, Seite 137, Terry Pratchett

Der Spruch ist wahr.

Aber egal, ob Du Dein Leiden kultivierst oder es Dir wirklich schlecht geht oder irgendetwas dazwischen: Es ist Zeit, dass Du aus der Zitrone…

…Limo machst

Den Spruch kennst Du wahrscheinlich:

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limo draus.

Oder die andere Variante:

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, frag nach Salz und Tequila.

Egal welcher Spruch, das ist genau dieser Perspektivenwechsel, den Du in solchen Leidenssituationen brauchst. Und weil’s viele schlaue Menschen auf dieser Welt gibt, lass ich sie hier zu Wort kommen:

Leiden heißt Erkenntnis produzieren.

Émile Michel Cioran, rumänischer Philosoph, 1911 – 1995

Man muss im Leben wählen zwischen Langeweile und Leiden.

Germaine de Staël, französische Schriftstellerin 1766 – 1817, Brief an Rochet, 1800

Wir wollen in der Freude nicht der Gottesfurcht vergessen und im Leid die Hoffnung niemals aufgeben.

Gregor von Nazianz, Bischof von Nazianz, 329 – 389, Reden

Durch das Leid hindurch, nicht am Leid vorbei, geht der Weg zur Freude.

Karl Barth, Schweizer Theologe, 1886 – 196

Oder vielleicht kennst Du Philipp Mickenbecker, der mit seinem Zwillingsbruder als die „The Real Life Guys“ auf YouTube bekannt wurde und neulich erst – mit nicht einmal 24 Jahren – an Krebs starb. Er ist jemand, der es verstanden hat, aus den Zitronen in seinem Leben Limo zu machen.

Und natürlich weiß die Bibel über das Leiden der Menschen Bescheid – sie ist voll von solchen Geschichten. Und sie ist das Wort des einen Gottes, der über alles Bescheid weiß und uns am besten kennt. Gerade die Bibel gibt uns Möglichkeiten zum Perspektivenwechsel:

Wenn ihr also leiden müsst, dann will Gott euch erziehen. Er behandelt euch als seine Kinder. Welcher Sohn wird von seinem Vater nicht erzogen und dabei auch einmal streng bestraft?

Hebräer 12,7 (HfA)

Denn Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum stärkt unsere Hoffnung. Diese Hoffnung aber geht nicht ins Leere.

Römer 12,3-4 (HfA)

Soll heißen: Was wir durchleben, ist nicht umsonst. Es hat irgendwo einen Sinn, es bringt uns zum Ziel. Wir können aus jeder unserer Zitronen mit Gottes Hilfe die beste Limo der Welt machen! Egal ob wir kleine oder große, saure oder weniger saure, echte oder nur „kultivierte“ Zitronen haben!

Und diese Tatsache bringt mich nicht auf, sondern zu der Palme vom Anfang:

Eine Geschichte aus Afrika*:

Am Rande der Oase stand ein junger Palmbaum im besten Wachstum. Der stach einem finsteren Mann in die Augen. Da nahm er einen schweren Stein und legte ihn der jungen Palme mitten in die Krone. Die junge Palme schüttelte sich und bog sich und versuchte, die Last abzuschütteln. Vergebens. Zu fest saß der Stein in ihrer Krone.

Da krallte sich der junge Baum tiefer in den Boden und stemmte sich gegen die steinerne Last. Er senkte seine Wurzeln so tief, dass sie die verborgene Wasserader der Oase erreichten. Dann stemmte er den Stein so hoch, dass die Krone über jeden Schatten hinausreichte. Wasser aus der Tiefe und Sonnenglut machten aus dem jungen Baum eine königliche Palme.

Nach Jahren kam der finstere Mann wieder, um sich an dem Krüppelbaum zu freuen, den er glaubte, verdorben zu haben. Er suchte vergebens. Da senkte die prächtige Palme ihre Krone, zeigte den Stein und sagte: „Ich muss dir danken. Deine Last hat mich stark gemacht“.

Ich fand sie echt gut und inspirierend. Sie hilft mir, beim Perspektivenwechsel.

Limonade machen

Das klassische Rezept geht so:

  • 3 Zitronen
  • 20 ml Zitronensäure
  • 500 ml Wasser
  • 40 g Zucker

Das geistliche müssen wir leicht abwandeln:

Statt auf Zitronen blicken wir auf das Wesentliche:

Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen und vergesst dabei nicht, Gott zu danken.

Kolosser 4,2 (HfA)

Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Dann wird Gott euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist. Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch.

1.Petrus 5,6+7 (HfA)

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.

Jakobus 5,13 (HfA)

Statt mit der Zitronensäure die Limo haltbar zu machen, „konservieren“ wir unser Leben durch Vertrauen und Gehorsam:

Wer also nach Gottes Willen leiden muss, der soll sich nicht davon abbringen lassen, Gutes zu tun und seinem treuen Schöpfer sein Leben anzuvertrauen.

1.Petrus 4,19 (HfA)

Ja, ich sage es noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn ich, der HERR, dein Gott, stehe dir bei, wohin du auch gehst.

Josua 1,9 (HfA)

Statt mit normalem Wasser aufzugießen, nehmen wir das Wasser des Lebens, hier also ermutigende und erfrischende Bibelverse:

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Matthäus 5,4 (HfA)

Er wird eure Not beenden, und auch wir werden nicht länger leiden müssen, wenn Jesus, der Herr, für alle sichtbar erscheinen wird.

2.Thessalonicher 1,7 (HfA)

Wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an.

Sacharja 2,12 (HfA)

Ein ganz starker Vers, wie ich finde!

Als ich zu dir um Hilfe schrie, hast du mich erhört und mir neue Kraft geschenkt.

Psalm 138,3 (HfA)

Das sind alles Verheißungen, die wir für uns in Anspruch nehmen dürfen!

Statt Zucker nehmen wir Zuversicht:

Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.

1.Korinther 10,13 (HfA)

Doch selbst wenn ihr leiden müsst, weil ihr nach Gottes Willen lebt, könnt ihr euch glücklich schätzen. Darum fürchtet euch nicht vor dem Leid, das euch die Menschen zufügen, und lasst euch von ihnen nicht einschüchtern.

1.Petrus 3,14 (HfA)

Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange. Es ist leicht zu ertragen und bringt uns eine unendliche, unvorstellbare Herrlichkeit. Deshalb lassen wir uns von dem, was uns zurzeit so sichtbar bedrängt, nicht ablenken, sondern wir richten unseren Blick auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig.

2.Korinther 4,17+18 (HfA)

Und einen echt beeindruckenden Moment einer „Limonadenmacherin“ hat mir meine Frau gezeigt. Eine junge Frau bei America’s Got Talent, die gelernt hat, mit ihrer Krebserkrankung umzugehen: Hier geht’s zum Video.

Die Limo genießen

Unsere Limo dürfen wir natürlich auch genießen. Das ist sicher nicht immer leicht und die ein oder andere Zitrone lässt sich extrem schwer auspressen. Dann müssen wir zur Seite treten und die Perspektive wechseln und nehmen sozusagen eine Saftpresse zur Hilfe – will sagen: Wir müssen nicht überall alleine durch! Und wenn wir das „geistliche“ Limonadenrezept befolgen, ändert sich unser Denken, unsere Einstellung, das Mindset, unser Blick auf Gott, die Welt und unser Leben. Egal wie groß deine Probleme sind: Gott ist größer! Es mag manchmal sein, dass wir in eine saure Zitronen beißen müssen. Manchmal werden wir stürzen und verlieren. Da heißt es aber dann wieder aufstehen. Einmal mehr aufstehen, wie hinfallen.

Dazu zur Ermutigung noch zwei Zitate von Männern, die es wissen müssen:

Niemals, niemals, niemals aufgeben!

Winston Churchill

Niemals aufgeben! Niemals kapitulieren!

Jason Nesmith alias Commander Peter Quincy Taggart

Ich wünsch Dir, dass Du in schwierigen Situationen an das Limorezept denken kannst und dich dadurch ermutigen lässt!

Gottes Segen!

Der Beitrag wurde bereits am 20.06.2021 auf SalzUndLicht.net veröffentlicht.

Quellen

* Die genaue Quelle der Geschichte kenne ich nicht. Ich habe sie in einem Bibelleseplan vom ICF gefunden.

Zitate: https://beruhmte-zitate.de/themen/leiden/

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